Heute Vormittag ging es “endlich” los mit vier aus dem Plenum gewählten Fällen / Fragestellungen aus Organisationen. Ähnlich wie gestern fand ich auch heute die Gruppengröße (18!) ungeeignet, um schnell in Fahrt zu kommen. Es dauerte mehr als 60 Minuten, bis wir 3-4 Themen identifiziert hatten und in das Prototyping einstiegen. Ab dann war die Energie jedoch bei allen Teilnehmern sofort zu 100% da. Und tatsächlich, in nicht einmal einer halben Stunde haben wir dann in kleineren Teams viele spannende Ideen generiert. Das Thema war grob gesagt: “Was könnte es dem Board eines Unternehmens – das sich selten einig ist - leichter machen, Entscheidungen zu treffen?”.
Innerhalb von 10 Minuten hatten wir Dutzende gute und inspirierende Ideen zu dem Thema. Eine Idee haben wir dann ausgewählt und einen Prototyp entworfen, der auch auf dem Bild zu sehen ist: einen Würfel, der DANN als Entscheidungshilfe eingesetzt wird, falls sich das Board des Unternehmens innerhalb einer vorgegebenen Zeit NICHT einigt. Die sechs Seiten des Würfels zeigen die sechs Gesichter der Boardmitglieder: wer “gewürfelt” wird, entscheidet! Unsere Hypothese: der Würfel sorgt dafür, dass das Board in den meisten Fällen innerhalb der vorgegebenen Zeit zu einer gemeinsam getragenen Entscheidung kommt.
Die Frage war nur: wären wir nicht mit anderen Kreativmethoden zum ähnlichen Ergebnis gekommen…?Am Nachmittag gab es dann noch jeweils 3 Fragen an die acht DT-Experten sowie Feedbackgrupppen. Zwischen den DT Experten am Podium wurde noch heiss diskutiert, ob das Design Thinking einer theoretischen Basis wirklich bedarf oder nicht. Spannend war da wieder die Beobachtung von Fritz Simon, der mit systemischer Brille auf den Tag schaute: “Toll in der Praxis, gute Ergebnisse. Aber es fehlt eine gemeinsame Diskursbasis für die Experten. Und daher wird es voraussichtlich viele, verschiedene Schulen geben.”
Vom Format her hätte die Veranstaltung für meinen Geschmack noch offener, kreativer, auf das “Machen” fokussiert sein können, es gab auch zu wenig Materialien ausser typisches Seminar-Material um richtig prototypen zu können. D.h. im Kern: für meinen Geschmack wurde Design Thinking zu wenig erlebbar gemacht. Aber: auch die Veranstaltung war ja ein Prototyp, von daher…


