Eigentlich hatte ich die Aufstellungsarbeit als Intervention nach den Ausbildungen bei Gunthard Weber und Varga von Kibed und einigem Ausprobieren seit 2004 in die Schublade gelegt und dann nur noch in der Arbeit mit Aufstellungsfiguren im Einzelcoaching verwendet.
Im Umfeld von Großunternehmen, so meine Überzeugung, sind Organisationsaufstellungen und Strukturaufstellungen schwer anschlußfähig. Viele Grundproblematiken und Fragen in der Beratung des Managements sind heute nach wie vor aktuell, bspw.: Wie entscheiden wir besser in undurchsichtigen und komplexen Situationen? Wie gewinnen wir an Tiefe in Management Meetings? Wie gestalten wir Managementmeetings mit endlosen Debatten und machen Sie effektiv und fruchtbar, kommen zu Lösungen, die tragfähig sind, Lösungen die auch die Probleme bearbeitbar machen?
Mit Management Constellations, einem neuen Format in der Aufstellungsarbeit, konnte ich nun diese kraftvolle, mächtige und in Ihrer Wirkung verblüffende Interventionsart im Juni 2010 wieder aus der Schublade holen.
Was hat mich hier so begeistert, was ist bei Management Constellations anders? Aus meiner Sicht gelingt es dem Management während der Aufstellungsarbeit von einer Ebene des Downloadings auf die Ebene des Sensings und Hinspürens (vgl. U-Theory v. C. O. Scharmer ) Zugang zu impliziten und unbekannten Wissen zu bekommen. Das allein ist schon eine entscheidende Leistung, da es in relativ kurzer Zeit und ohne hohen Aufwand im Vergleich zu bspw. Outdoor Übungen machbar ist. Durch die anschließende Sinnstiftung (vgl. Sensemaking in Organizations, K. Weick) in einem gemeinsamen Willenbildungsprozess entsteht eine andere Art der Qualität des Entscheidens. Das Erstaunliche und Überraschende für mich war, dass das Format der Management Constellations hoch anschlussfähig in Unternehmen sein kann. Der bei Aufstellungen in Unternehmen hinderliche und gefürchtete Systemebenenwechsel, bei dem privates und familiäres in den Vordergrund rückt, tritt bei dem Format der Management Constellation nicht auf.
Autor: Gunter Gruhser
Literatur dazu: Management macht Sinn, Organisationsaufstellungen in Managementkontexten, Claude Rosselet, erscheint im September 2010;
http://www.carl-auer.de/programm/978-3-89670-752-9
