Schaffen Sie es auch, Filme über die Dauer von 90 Minuten gespannt zu verfolgen während Sie bei den meisten Präsentationen ermüden und sich nur rudimentär an die Inhalte erinnern können?
Der Unterschied liegt in der Fähigkeit, Ihre Gefühle und Emotionen anzusprechen, variantenreich zu erzählen und sich voll und ganz auf sein Publikum auszurichten.
Nach Garr Reynolds Lektüre des Buches ‚Naked Presenter‘ muss dieser Unterschied aber nicht bestehen. ‚Nackt präsentieren‘ bedeutet nach ihm, dem Publikum so nah wie möglich zu sein – inhaltlich, räumlich und durch Hingabe. Das mag jetzt esoterischer klingen, als es tatsächlich geschrieben ist.
Die Essenz ist, dass eine gute Präsentation auch unterhalten kann und es schaffen sollte, Veränderungen bei dem Zuhörer zu bewirken. Veränderungen, die sich nach dem Zweck ausrichten: 1) Wie lautet meine Aussage? Und 2) Warum ist sie wichtig?
Um diese Aussage rankt dann Ihre Geschichte, die Sie präsentieren. Ganz wie ein Film.
Haben Sie sich bspw. schon einmal gefragt, warum Bond-Filme so erfolgreich sind?
Analog zum Buch müsste der Film unerwartet, originell, humorvoll, herausfordernd oder auch persönlich sein – und das gleich zu Beginn. Er müsste Geschichten erzählt, die Konflikte enthalten und in denen Negatives überwunden wird. Zudem müsste James Bond Präsenz im Hier & Jetzt zeigen und es müsste Leidenschaft zu spüren sein! Spiele & Experimente könnten enthalten sein, um den Geist zu wecken und die Umgebung zu ermutigen ‚verrückte Ideen‘ hervorzubringen. Das Tempo ist variantenreich und hält die Verbindung zu mir als Zuschauer aufrecht. Der Abschluß ist so wie der Beginn: stark!
Wenn ich die Bond-Streifen vor meinem inneren Auge abspiele, dann enthalten diese Geschichten all diese Elemente.
Sicherlich ist es schwer, beim Präsentieren ein ähnliches Niveau zu erlangen. Wenn Sie aber für sich das neue Jahr mit einen neuen Vorsatz beginnen wollen, dann könnte ich Ihnen folgenden Rat geben, der Sie ein bisschen zu Bond werden läßt:
„Zukünftig nutze ich jede Präsentation als Chance zu einem Beitrag – einer Möglichkeit, Veränderungen zu bewirken. Dafür bin ich authentisch und nutze die Verbindung zu meinem Publikum.“
Wenn Sie konkret nachlesen wollen, wie Sie Ihre Vorsätze bestmöglich umsetzen können, kann ich Ihnen folgendes Buch empfehlen: Garr Reynolds (2011). Naked Presenter. Wirkungsvoll präsentieren – mit und ohne Folien. München: Addison-Wesley Verlag.
In diesem Sinne freue ich mich auf das neue Jahr – und den nächsten Bond „Skyfall“ zu Weihnachten 2012! Vielleicht sind wir aber bis dahin unterhaltsam genug, dass wir gar nicht mehr ins Kino müssen…

