Archiv nach Monaten: Dezember 2010

Vorsätze für das neue Jahr…

Wie schnell das wieder ging – das letzte Jahr geht vorüber und das neue Jahr nähert sich in großen Schritten. Schnell wird noch die ein oder andere Flasche Sekt gekauft um zu später Stunde mit Freunden und Familie auf das neue Jahr anzustoßen. Bereits am Nachmittag feiert man wie jedes Jahr den 90. Geburtstag von Miss Sophie, zusammen mit Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy, Mr. Winterbottom und Butler James.

Spätestens jetzt ist es soweit, man lässt das alte Jahr Revue passieren, mit all seinen Ereignissen, Erfolgen und Herausforderungen. Was soll in Zukunft besser werden? Was wollte ich immer schon einmal ändern? Zu den Klassikern gehören sicherlich gesünder Leben, mehr Sport treiben und – nach der dritten Wiederholung von „Dinner For One“ – weniger Fernsehen.

Etwas ungewöhnlich mag da mein Neujahrsvorsatz klingen: „schöner schreiben und zeichnen“.

Gar nicht mehr so ungewöhnlich klingt dies wenn ich sage, dass meine Kollegen und ich oft für und vor anderen Leuten schreiben, etwa am Flipchart oder an der Moderationswand. Um hier eine übersichtliche Struktur und eine gute Qualität zu liefern bedarf es sogar mehr als nur einer schönen Schrift. Aus diesem Grund fanden wir uns bereits im November zu einem Lernworkshop „Visual Facilitation“ in Bonn zusammen. Unter der Anleitung von Martin Haußmann von den Kommunikationslotsen beschäftigten wir uns einen Tag mit dem Handwerkszeug eines „Visual Facilitators“.

Unter „Visual Facilitation“ versteht man den Einsatz visueller Sprache, in Form von Text, Symbolen, Grafiken, Bildern und Strukturen, am Flipchart oder an der Moderationswand.

Durch diese Visualisierung erhalten Inhalte eine bessere Struktur und können leichter erinnert werden. Natürlich sieht es auch einfach schön aus, Gesagtes und Geschriebenes wird besonders gewürdigt.

Wie alle Neujahrsvorsätze wird auch dieser sicherlich ständiger Übung und Disziplin bedürfen. In diesem Falle dürfte es jedoch leicht sein, denn es macht viel Spaß am Ende sein vollendetes Flipchart zu betrachten.

Ich wünsche allen Lesern des Blogs ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2011!

Wir sind der Change!

Eigentlich sollten Geschichten wie diese der Vergangenheit angehören. Ein mittelständisches Unternehmen, in eine prekäre Situation geraten, sucht den Turnaround. Ein mit der heißen Nadel gestricktes Kostensenkungsprogramm soll die Wende bringen. Das Ergebnis ist klar: 50 Millionen Euro weniger. Die Aufgabe auch: Schnell muss es gehen, Kollateralschäden werden billigend in Kauf genommen. Die Methode: Rasenmäher, fünf Zentimeter Schnitthöhe, jeder muss seinen Beitrag leisten. Die Mitarbeiter werden beteiligt: ihre Stellen neu ausgeschrieben. Der Rest bleibt Herrschaftswissen. Das ganze einmal gut geschüttelt und auf links gedreht, diesmal ist Zentralisierung Trumpf. Kommunikation? Fehlanzeige, schließlich ist noch gar nicht alles entschieden. Führung? Gerade jetzt? Der CEO wurde schon lange nicht mehr gesehen, die besten Mitarbeiter sind schon weg, die Kunden bleiben aus, Ziel verfehlt.

Das alles geht auch anders: Man begreift die Krise als Chance und stellt sich nachhaltig wettbewerbsfähig auf. Der Weg ist klar: harte Schnitte brauchen neues Wachstum. Man findet seine Nische im Spiel der internationalen, nationalen und regionalen Wettbewerber. Mit einer klaren Vision nimmt man die Mitarbeiter mit und motiviert sie, an der chancenreichen Neuausrichtung mitzuarbeiten. Diese leisten von sich aus den notwendigen Beitrag. Die besonders betroffene Arbeitsebene gestaltet den Prozess maßgeblich mit. Man bleibt im Gespräch mit allen Beteiligten, nimmt ihnen die Ängste und greift ihre Ideen auf. Man entdeckt neue Stars und Potenziale, jeder will dabei sein, Perspektiven überwiegen. Transparenz ist die Grundlage der neuen Kultur. Der CEO und sein Management-Team zeigen Geschlossenheit und Flagge und geben die Richtung vor. Ein starkes Wir-Gefühl entsteht, Stolz überwiegt. Wer das geschafft hat, überwindet jedes Hindernis. Die Kunden zeigen sich interessiert und offen. Ziel erreicht.

Zwei von drei Veränderungsprogrammen scheitern. Diese Quote hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert, obwohl sich das Change Management professionalisiert hat. Klar ist, Change ist nicht gleich Change und eine starke Führung top-down ist gerade in der Krise wichtig. Doch der Schlüssel zum Projekterfolg ist die Berücksichtigung der so genannten weichen Faktoren (Kommunikation, Kultur, Personen). Das konnte die TU München in einer repräsentativen Studie über Veränderungsprozesse in deutschen Großunternehmen (2008) empirisch belegen: Allein auf faktische Veränderungen zu setzen reicht nicht aus, straffes Projektmanagement und ausreichende Ressourcen garantieren noch keinen Umsetzungserfolg. Denn auch die psychologischen Faktoren sind erfolgskritisch. Allein, sie werden bis heute in der Praxis negiert. Wir fragen warum? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Ihre Meinung. An diesem Zustand muss sich was ändern lassen!