Archiv nach Monaten: April 2010

Ted Tipps

Zwei empfehlenswerte “Ted-Talks” zum Thema Zeitgemäße Führung:

1. Der Talk von Daniel Pink macht deutlich, warum der “Belohnungs- und Bestrafungsansatz” in der Führung und bei der Lösung “komplexerer” Probleme nachweislich kontraproduktiv ist. Schlussfolgerung seines 15 minütigen Beitrags ist, dass Mitarbeiter Autonomie, Mastery (Können) und Purpose (Sinn und Zweck) brauchen, um Aufgaben, die über simple Arbeitsteilung hinausgehen, erfolgreich bewältigen zu können.

Ted

2. Tom Wujec’s Talk zeigt die Dynamiken in der Zusammenarbeit von Teams anhand einer vermeintlich “einfachen” Teamübung. Auch hier wird deutlich, dass Incentivierung zu schlechteren Ergebnissen führt. Der entscheidende Punkt ist jedoch schnelles “Prototyping” und wie dieses zu den überdurchschnittlich besseren Lösungen führt.

Buchtipp „Clou“

Buchcover "Clou"Heute ein Buchtipp: „Clou“ von Mario Pricken. Ein Buch eines Kreativen für alle, die sich für die Entstehung, die “Pflege” und die Umsetzung von Top-Ideen interessieren. Mario Pricken präsentiert in dem Buch sehr viele Beispiele z.T einmaliger Ideen (das meiste aus der Werbe- und Eventbranche), die wirklich überzeugen. Er geht auch der Frage nach, wie und wo gute Ideen entstehen können, was sie ausmacht und wie man sie trotz internen und externen Widerständen umsetzt.

Bemerkenswert an dem Buch waren für mich aber vor allem die Dutzenden von inspirierenden Fragen, die Mario Pricken formuliert und zur Nutzung im Team und mit dem Kunden empfiehlt.  Die Art der Fragen (z.B. paradoxe Fragen, zirkuläre Fragen, skalierende Fragen) kennen und nutzen wir selbst bei unseren Projekten, aber die Radikalität der Formulierungen waren z.T. neu und spannend für mich.

Beispiel: „Was denken Sie könnten die schlimmsten Konsequenzen sein, wenn Sie mit einer neuen Idee scheitern? Welche Folgen könnte dieser Misserfolg für Ihre Karriere haben?”

Oder meine Lieblingsfrage: “Angenommen, Herr Karl Lagerfeld und Mr. John de Mol hätten Ihr Unternehmen detalliert durchleuchtet und versuchen nun als externe Berater, die wichtigsten Erkenntnisse in drei konkrete Maßnahmen umzusetzen. Was glauben Sie, würden die beiden Herren sofort in Angriff nehmen, um Ihr Unternehmen in einen magischen Anziehungspunkt für die talentiertesten Menschen des Landes zu verwandeln?”

Sehr lesenswert.

Interview zur re:publica 2010

logo re:publica

Die re:publica wurde als dreitägiges Konferenzformat ursprünglich von und für Blogger ins Leben gerufen. Mittlerweile ist ist sie zu einem der großen internationalen „Social Media“ Events gewachsen und fand in diesem Jahr vom 13. – 15. April zum vierten Mal in Berlin statt. Wir sprachen mit der selbständigen User Experience Designerin Sandra Rehs, die drei Tage lang vor Ort war.

Peter: Was waren Deine generellen Eindrücke aus drei Tagen re:publica?

Sandra: Ich bin von der Veranstaltung sehr positiv überrascht, besonders von dem vielseitigen Programm mit klarem politischen Schwerpunkt. Ich hab eine Community erlebt, die sich nicht nur beklatscht, sondern auch hinterfragt. Den Vorwurf der “reinen Selbstreferentialität” kann ich absolut nicht unterschreiben. Ich habe viele anregende, kritische und offene Fragen mit nach Hause genommen.

Peter: Wie war das Publikum der re:publica zusammengesetzt?

Sandra: Ich habe die Altergruppe als ziemlich gemischt empfunden. Das Publikum war überwiegend deutsch,  die meisten Vorträge wurden aber für die Gäste in Englisch gehalten (gehört sich aber auch für eine Konferenz zu so einem länderübergreifenden Thema, finde ich). Ich glaube, es ist längst nicht mehr so, dass die Mehrzahl der Leute auf der re:publica Blogger sind, inhaltlich ist für alle netzaffinen etwas dabei.

Peter: Was war aus Deiner Sicht neu oder überraschend? / Was war Dein persönliches Highlight?

Sandra: Überrascht hat mich die Veranstaltung als solche. Meine Highlights waren vor allem die politischen oder kontrovers diskutierten Vorträge, z.B: Schmitt über Wikileaks, Peter Kruse über die unterschiedlichen Wertemuster der Internetnutzer, Morozov hinterfragt die Twitter-Revolution, Peter Sunde über Flattr, Götz W. Werner über das bedingungslose Grundeinkommen, Blogger/innen aus dem Iran, Indien, Brasilien, Cuba erzählen über die aktuelle politische Situation in ihren Ländern und es gab Diskussionen zum Leistungsschutzrecht. Schade war, dass nach dem sehr unterhaltsamen Auftritt von Jeff Jarvis keine wirklich vertiefende Diskussion stattfand. Blieb ziemlich oberflächlich, genau wie sein Vortrag. Super war auch Alin Coen, die nach dem zweiten Tag ein kleines Konzert gegeben hat.

Peter: Gibt es ein neues Tool oder eine neue Methode, die auf der re:publica vorgestellt wurde und das Du näher kennen lernen möchtest?

Sandra: Der neue Dienst der Pirate-Bay Gründer “flattr” hört sich sehr interessant an und ist sicher einen Blick wert. Es handelt sich um ein Angebot aus dem Bereich des “social micropayments” und versucht wie bereits einige andere Dienste Konsumenten im Netz die Möglichkeit zu geben, sich für Qualitätscontent in Form einer kleinen Gabe zu bedanken.  Wie es funktioniert kann man sich hier anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=kwvExIWf_Uc&feature=player_embedded

Was ich mir auch nochmal anschauen werde, ist die iphone App “Worksnug”. Die Applikation liefert die wichtigsten Infos zum mobilen Arbeiten in einer fremden Stadt:  Wo gibt es Strom, kostenloses W-Lan, eine erträgliche Geräuschkulisse und nach Möglichkeit noch einen leckeren Kaffee.

Autor: Mit Sandra Rehs sprach unser Berliner Kollege Peter Tscherne

Herzlich Willkommen.

Wir sind ein deutsches Netzwerk von Organisations- und Kommunikationsberatern, Trainern und Coaches, die mit diesem Multi-Autoren Blog für sich selbst und alle Interessierten eine Plattform zum Austausch von Ideen und Meinungen ausprobieren möchten.

Inhaltlich wollen wir in unserem Blog verschiedene Perspektiven auf Themen rund um die Organisations- und Kommunikationsberatung integrieren. Vorstellbar sind Vorstellungen und Besprechungen neuer Tools und Methoden aus der Beratung, dem Training und dem Coaching; Best Practice Beispiele aus der Praxis, Beleuchtung neuer Felder wie z.B. Enterprise 2.0; Berichte von Kongressen, Messen oder Fortbildungen; die Rezensionen neuer Bücher aus unserem Fachgebiet etc. etc.

Sie sind herzlich eingeladen, mitzumachen, zu kommentieren und diskutieren.

Los geht´s!